Chronik 1932

 

Im Sommer 1910 fanden sich mehrere Segel- und Motorbootsbesitzer zusammen, um mit ihren Fahrzeugen gemeinschaftliche Fahrten zu unternehmen. Durch den guten Verlauf dieser Fahrten bildete sich bald eine Zusammengehörigkeit heraus, die den Gedanken entstehen ließ, einen Wassersportklub ins Leben zu rufen. Schon im Jahre 1911 wurde dieser Gedanke in die Tat umgesetzt und ein offizieller Verein unter dem Namen Segel- und Motorbootklub "Nixe" gegründet. Von nun an wurden offizielle Sitzungen abgehalten, die das Tun und Treiben innerhalb des Klubs protokollarisch festlegten. Bei den ersten Sitzungen zeigte sich bald ein Zugang von Wassersport-Anhängern. Leider wurde der unter so guten Voraussetzungen gegründete Klub durch Ausbruch des Krieges während der Jahre 1914-1918 in seiner Entwicklung stark gehemmt, bis dann im Jahre 1919 mit der ersten Frühlingssonne ein neuer Aufschwung des Wassersports einsetzte. Durch Zunahme der Mitgliederzahl wurde nun der Wunsch nach einem eigenen Klubheim rege; noch im Jahre 1919 wurde er durch Ankauf einer Unterkunftsstätte in Form einer Blechbaracke verwirklicht. Die sportliche Betätigung des Klubs wurde gesteigert, und damit wuchsen auch die Ansprüche der Kameraden, so daß sich die Unterkunftsstätte bald als zu klein erwies. Um diesen Ansprüchen gerecht zu werden, schritt man im Jahre 1921 zum Bau eines neuen Klubheims auf dem ehemals Perrinschen Gelände und zum Bau eines eigenen Brückensteges. Nach Fertigstellung dieser Anlagen nahm die Mitgliederzahl weiter stark zu, und man begann außer den gemeinschaftlichen Fahrten schon den Regattasport zu betreiben. Die Freude über diesen so schnellen Aufschwung des Klubs sollte bald beeinträchtigt werden. Um die Wende des Jahres 1923 sah man die mühevolle Arbeit des Klubheims einen Raub der Flammen werden , und manch' rauhes  Seglerherz stand mit Tränen in den Augen machtlos dabei. Aber auch dieser schwere Schicksalsschlag konnte die Kameradschaft nicht stören; unter großen Opfern und mit viel Fleiß und Energie wagte man sich an den Bau eines neuen Klubheims auf dem Gelände des Großen Seepavillons heran. Nach dessen Fertigstellung wurde die Kameradschaftlichkeit noch enger, und man konnte das Ansehen des Klubs weiter fördern. Durch die Zunnahme der sportlichen Betätigung der Kameraden suchte man im Jahre 1925 Anschluß an größere Organisationen. Die Segler-Abteilung trat dem Deutschen Segler-Bund und die Kraftboot-Abteilung dem Deutschen Kraftboot-Verband bei. Um dem so erstarkten Klub einen Nachwuchs zu sichern, gründete der Klub im Herbst 1925 eine Jugendabteilung, die sich recht bald zu einer sportlich erfolgreichen Jungmannschaft heranbildete. Bei allen sportlichen Verantstaltungen konnte der Klub mit recht guten Erfolgen und Lorbeeren heimkehren. Dadurch wuchs sein Ansehen ganz bedeutend. Doch sollten diese Erfolge im Jahre 1928 durch einen neuen Schicksalsschlag wiederum unterbrochen werden. Die unter großen Opfern gebaute Steganlage mußte auf Betreiben des Grundeigners geräumt werden, so daß dadurch der Wunsch nach einem eigenen Grundstück laut wurde. Nach vielen vergeblichen Bemühungen gelang es endlich dem Klub, ein Grundstück auf längere Pacht an dem dem Klub liebgewordenen Tegeler See zu gewinnen. Wenn auch dadurch noch kein eigener Grund und Boden für den Klub geschaffen wurde, so hoffen wir doch, daß dieses Pachtland und das darauf entstandene Klubheim allen zur Zeit im Klub befindlichen Kameraden und späteren Mitgliedern immer ein Hort sportlicher und gesellschaftlicher Betätigung sein und gleichzeitig eine Erholung und Stählung des Körpers bieten möge.

Mit dem Wunsche, daß nach all' diesen Wirrnissen der Klub von neuen Schicksalsschlägen verschont bleibe, legen wir diese Urkunde mit anschließender Chronik des Klubs in den Grundstein. Mögen der gute Geist und die gute Kameradschaftlichkeit im Klub jetzt und auch immerdar erhalten bleiben